Über ein Jahrzehnt hatte Confluence Watersports mit den Marken Wavesport und Dagger zwei heiße Eisen im weltweiten Wildwassermarkt. Jetzt zieht sich Wavepsort vom US-Markt zurück. KANU hat Europa-Importeur Christof Langer von Blue&White gefragt, was das für uns Paddler bedeutet.

 

Christof, was war der Grund für die Entscheidung, Wavesport in den USA aufzugeben?

Confluence hat zwei sehr starke Wildwasser-Marken im Portfolio. Leider reichen in den USA die Entwicklungskapazitäten nicht, um beide Marken optimal fortzuentwickeln. Dazu sind die Kosten für Die Bootsformen in Nordamerika sehr hoch. Bei den Absatzzahlen im Wildwassersport macht es das natürlich schwer, immer wieder neue Modelle wirtschaftlich erfolgreich auf den Markt zu bringen.

 

Und in Europa funktioniert das besser?

Vernünftig kalkuliert und gut gemanagt kostet eine Form hier nur ein Bruchteil dessen, was sie in den USA kostet. Ohnehin werden schon einige Wavesport-Modelle in Europa produziert, jetzt wandert die komplette Produktion zu unserem Partner Gaybo in England. Die Flexibilität kleinerer Stückzahlen gibt uns die Möglichkeit, Boote in verschiedenen Ausstattungsvarianten anzubieten und grundsätzlich schnell auf den Markt zu reagieren.

 

Soll Wavesport langfristig weiterbestehen oder werden nur die bestehenden Modelle abverkauft?

Mit den aktuellen Modellen ist Wavepsort sicherlich gut aufgestellt, aber Erfolg hat man nur mit Innovationen. Diverse Mitbewerber haben bewiesen, dass man in Europa erfolgreich Kajaks herstellen und vermarkten kann. Ich bin sicher, in Sachen Innovationsfreude ist der Umzug nach Europa für Wavesport extrem hilfreich. Daher wird es auch weiterhin ein Team geben, denn ohne Athletenfeedback funktioniert das ganze Konzept nicht.

 

Was ist jetzt in nächster Zeit von Dagger zu erwarten? Da gab es ja auch lange keine neuen Modelle …

Insgesamt sind die Innovationszyklen im Wildwassersport länger geworden. Das liegt zum einen daran, dass die modernen Boote zum großen Teil wirklich ausgereift sind, zum anderen ist die Lebensdauer so lang, dass sich die Paddler nicht alle zwei Jahre ein neues Kajak kaufen. Auf alle Fälle wird es 2016 ein neues Wildwasserboot von Dagger geben und für die nächsten Jahre ist sicher einiges zu erwarten. Immerhin bleibt ja auch das Know-how der Mitarbeiter im Unternehmen – statt sich um zwei Marken zu kümmern, steckt man bei Confluence jetzt alle Energie in Dagger.